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Testbericht

Kana: Little Sister

 Ok Leute. Normalerweise mache ich mich eher lustig über viele Spiele. Zumeist sogar mit Recht. Aber in diesem Fall muss ich sagen, ein junger Mann mit über einem Jahrzehnt exzessiver Videospielerfahrung:

Kana: Little Sister ist das genialste Machwerk der Videospielgeschichte!

Der Satz ist so zitierfähig. Nein, ich meine es ernst, holt euch dieses Spiel, mir ist egal wie. Weil es bringt euch weiter, menschlich gesehen. Ich werde kurz die Story umreissen, und bitte, urteilt nicht direkt nach diesen Worten, denn die rein aufgezählten Fakten klingen eher langweilig.

Es gehört zum "Visual Novel" Genre, also ist es streng genommen eher weniger ein Spiel als ein Buch. Man klickt sich durch Tonnen von Dialogen, im Hintergrund schöne Bilder im Anime-Stil und feine Charakterdesigns. Alle Viertelstunde oder noch später trifft man eine Entscheidung (Beispielsweise: Geht man in eine Bücherei oder in ein Café. JA, Interaktivität ist definitiv kaum vorhanden, und die Entscheidungen wirken meistens eher trivial.

Jedoch ist keine von ihnen wirklich trivial. Denn die Story, und nun fährt das Spiel gewaltige Geschütze auf, ist emotionaler als alles was ich jemals gesehen habe.

Man spielt den Bruder der 3 Jahre jüngeren Kana, ein Mädchen, dass an chronischer Niereninsuffizienz leidet. Wie lange sie mit dieser gefährlichen Krankheit überlebt, bleibt lange ungewiss, und der Tod scheint als einzige Zuzkunftsperspektive immer präsent. Das Spiel ist die meiste Zeit ein Rückblick der Beziehung der beiden Geschwister, eine Beziehung, die immer an der Grenze zwischen Geschwisterliebe und "richtiger" Liebe wandelt. Und hier ist auch der Punkt, der dieses Spiel vielleicht etwas strittig macht: Die Inzestthematik. Lasst mich erstmal festhalten: Ich bin gegen Inzest! Das liegt aber weniger an meinem moralischen Standpunkt, als daran, dass ich alle meine Verwandten sexuell unattraktiv finde :P Und es liegt daran, dass ich mir den biologisch-degenerativen Konsequenzen bewusst bin. Und dass ich keine "Liebe" dieser Art für Verwandte empfinde. Aber: Ich kann akzeptieren und verstehen, wenn es anderen Menschen anders geht. Was wäre ich für Ein Soziologiestudent, würde ich sowas einfach verurteilen?

 Aber dieses Spiel wirft die Frage auf, wo Liebe wirklich ihre Grenzen hat. Oder ob es gar keine gibt. Man ist bei diesem Spiel nicht der Aussenstehende, der auf das "Pärchen" zeigt und ruft: "Inzest! Inzest!" Nein, man fühlt, was der Protagonist, der Bruder, fühlt. Und man lebt seine Zeit zusammen mit der Schwester. Übrigens ist diese Inzestthematik nur am Rande relevant für die Story. Der Hauptpunkt ist, wie man mit dem sicher scheinenden Tod der Schwester umgeht. Wie man sein Leben lebt. Und was man tun möchte für die kleine Schwester, um ihr jede Stunde genießen zu lassen.

Verdammt, ich bin ein erwachsener Mann, aber ich gebe, mit Stolz, zu, dass ich nach dem Ende des Spiels mich in den Schlaf geweint habe. Ich bin keiner, der Computerspiele als superrelevant für das Leben ansieht, aber ich garantiere euch, dieses Spiel wird euch verändern. Es läßt euch das Leben mehr genießen. Ihr werdet nachdenken. Ihr werdet weinen. Ihr werdet das Spiel neu starten wollen, damit sie wieder lebt (Es sei kein Geheimnis, dass sie sterben wird. Das Spiel hat 6 mögliche Enden, und nur in einem überlebt sie. Und selbst da...schaut selbst!).

Um das noch zu erwähnen, es existieren Sexszenen, nicht nur mit Kana, sondern auch mit der festen Freundin Yumi. Sie wirken zwar eher integriert nach dem "Sex sells" Prinzip, aber sie stören nicht sonderlich. Auch wenn dieses Spiel meistens als Hentai-Spiel bezeichnet wird (Also japanische Sex-Animes, das sind Hentais in etwa), kann ich garantieren, dass das kein spielbarer Porno ist. Ich hab ungefähr 3 Stunden gebraucht, bis das Spiel 2 Minuten Sexszenen ablaufen ließ, danach ging es mit der herzzerfetzenden Story weiter.

Mein Fazit lautet: Kana: Little Sister ist das genialste was ich jemals gespielt habe. Es hat mich verändert, irgendwie. Und um zu beschreiben, wie effektiv das Spiel wirkt: Habt ihr schonmal ein richtig gutes Buch gelesen? voller Gefühl, wo ihr mit den Protagonisten mitgelitten und geliebt habt? Nun stellt euch vor, dieses Buch hätte in den richtigen Momenten die passende Musik abgespielt, hätte dezente Bilder zur Visualisierung geboten, die dennoch genug Freiheit zur eigenen vorstellung der Welt ließen, und es gäbe in einigen Momenten die Möglichkeit, euch entscheiden zu lassen, wie es weitergeht.

Es ist wie die wirkliche Weiterentwicklung des Buches. Verdammt...ist dieses Spiel gut.

Euer aller Vae

Today i saw the ocean. I'm not afraid anymore. (c) Kana

27.3.08 15:18
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Stan / Website (27.3.08 15:36)
hört sich ja interessant an...ist das auf deutsch? wo haste das her?


Vae (27.3.08 15:58)
Hi!
Das ist auf englisch. Ich hab es zwar von dieser Seite: http://www.g-collections.com/
Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man das im Internet auch auf anderen Wegen finden kann. es gilt im allgemeinen als ziemlicher Geheimtipp.
Beste Grüße!

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